"Zauberstab" soll Arbeit schaffen
Firma Fiberglo Lichtwerbung von Oldenzaal nach Gildehaus umgesiedelt
Gildehaus. "Zauberstab der Werbung": So nennt die Firma Fiberglo ihr patentiertes Produkt. Das Unternehmen vertreibt Werbeanlagen, deren Licht durch Fiberglasstäbchen verstärkt wird. Um damit auch den deutschen Markt zu erobern, hat Fiberglo nun die Grenze Überschritten: Heute Nachmittag wird der neue Firmensitz im Gildehauser Gewerbepark an der Autobahn 30 feierlich eröffnet. Bis zu 250 Gäste erwartet Inhaber und Geschäftsführer Bob Platvoet ab 16 Uhr in dem Neubau an der Stockholmer Straße 35.
Der Ursprung des Unternehmens liegt in Oldenzaal. Dort gründete die Familie Platvoet vor zwölf Jahren die Image Lichtreclame B.V. Gewachsen ist die Firma seitdem vor allem mit der Idee, Fiberglasstäbchen für Leuchtreklame zu verwenden. Die 20 Millimeter langen und vier Millimeter dicken Stäbchen bestehen aus verschiedenfarbigen Kunststoff- beziehungsweise Glaskristallpigmenten. Dicht nebeneinander durch eine Aluminiumplatte gesteckt, sitzen sie senkrecht vor herkömmlichen Leuchtstoffröhren.
Die Stäbchen bündeln das Licht und transportieren es nach außen. Weil sie am äußeren Ende zu Linsen geschliffen sind, fällt das Licht in einem Winkel von 160 Grad aus. Damit sind SchriftzÜge und Logos in Leuchtkästen aus sehr schrägen Winkeln, zum Beispiel in engen Gassen, erkennbar.
Mit solchen Werbeanlagen beliefert Fiberglo, das Tochterunternehmen der Oldenzaaler Firma, Kunden aller Art, "vom Weltmarktführer bis zum Friseur um die Ecke", erklärt Bob Platvoet. Zu den bekanntesten Kunden zählen McDonald's, Burger King und Coca Cola. Bislang verkauft Fiberglo vor allem in die Beneluxländer, nach Großbritannien, Spanien und Deutschland. Künftig wird Osteuropa eine wachsende Rolle spielen, ein Vertriebsbüro in Bukarest hat Platvoet soeben eröffnet. Und in Dubai soll nächstes Jahr "Fiberglo Far East" die Arbeit aufnehmen. "Unser Produkt muss man sehen, das kann man nicht über Internet oder Kataloge verkaufen", erklärt der Geschäftsführer den weltweiten Ausbau des Vertriebsnetzes.
"Der deutsche Markt ist für uns am wichtigsten", betont Bob Platvoet. Und deutsche Kunden, so seine Erfahrung, arbeiten lieber mit einer deutschen GmbH als mit einer niederländischen B.V. zusammen. "Wenn wir sagen können: Made in Germany, dann ist das gut", weiß der Geschäftsführer. Deshalb hat Fiberglo jetzt die gesamte Produktion und Verwaltung, Design und Wartung nach Gildehaus verlegt.
25 Beschäftigte arbeiten hier zurzeit, doch die Zahl soll schon bald deutlich steigen, verspricht Bob Platvoet. "Wir wachsen jährlich um fast 50 Prozent", behauptet der Inhaber, ohne genaue Umsatzzahlen nennen zu wollen. Dass davon künftig die Stadt Bad Bentheim profitiert, ist auch der Grafschafter Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft (GGB) zu verdanken, die das Gewerbegebiet in Gildehaus betreut. "Die GGB hat uns unglaublich gut unterstützt", lobt Platvoet.
Steffen Burkert